Al Zubarah Fort
Katars stiller Wächter am Rande der Wüste
Mitten in der staubigen, goldenen Weite Nordkatars steht das Al Zubarah Fort, ein beeindruckendes Symbol der Geschichte Katars. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine Festung aus einer anderen Zeit – kompakt, kantig und aus hellem Korallenstein gebaut. Doch die Mauern erzählen Geschichten von Händlern, Seeleuten und Soldaten, die hier einst lebten. Das Fort wurde 1938 unter Sheikh Abdullah bin Jassim Al Thani errichtet – zunächst als Polizeistation und Küstenwache, später als Schutzposten über die Handelsrouten entlang des Arabischen Golfs.
Heute gehört das Al Zubarah Fort zur UNESCO-Welterbestätte Al Zubarah Archaeological Site, einer der wichtigsten historischen Orte in Katar. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die Überreste einer alten Handelsstadt aus dem 18. Jahrhundert, die einst ein Zentrum für Perlenhandel, Fischerei und maritimen Handel war. Diese Stadt wurde 1811 zerstört, dann vom Wüstensand verschluckt – bis Archäologen sie in den letzten Jahrzehnten wieder freilegten.
Das Fort selbst hat vier Türme – drei rund, einer rechteckig – und diente früher der Überwachung der Küste. Seine dicken Mauern aus Korallenstein und Gips hielten nicht nur Angreifer ab, sondern boten auch Schutz vor der Wüstenhitze. Heute kann man die kühlen Innenräume und den großen Innenhof frei erkunden. In kleinen Ausstellungsräumen sind Keramik, Münzen und Werkzeuge aus der Blütezeit des Handels zu sehen.
Als ich dort war, lag das Fort still in der Sonne. Kein Tourist, kein Lärm – nur Wind, Sand und ein Kamerateam, das offenbar einen Film drehte. Der Eintritt ist kostenlos, man bekommt sogar ein Ticket – vermutlich, um die Besucherzahlen zu zählen. Von der Dachplattform aus reicht der Blick weit über die leere Landschaft bis zum Meer, wo einst die traditionellen Dhaus nach Indien und Ostafrika segelten.
Al Zubarah Fort ist kein Ort für Action oder Trubel. Es ist ein Ort zum Innehalten – ein stiller Zeuge der Vergangenheit, der zeigt, wie aus einem alten Handelsplatz ein moderner Staat wurde. Wer Katar wirklich verstehen will, sollte diesen abgelegenen Ort unbedingt besuchen.
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