"Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen." Johann Wolfgang von Goethe

Kuwait Citiy

 


Nach fast 4 Wochen sind wir wieder in der Wüste unterwegs.
Monate lang wussten wir nicht ob dieser Trip überhaupt zustande kommt, da unsere Airline einen Fehler auf ihrer Homepage hatte.
Am Dienstag hob unser Jet mit 239 Sitzen und keinen 40 Passagieren doch nach Kuwiat City ab.
Unsere zwei Hauptziele waren die Insel Failaka und die Stadt Basra im Irak.
Am Mittwoch machten wir uns nach dem ersten Stadtrundgang bei der Fährengesellschaft direkt am Hafen über die Abfahrtszeiten zur Insel schlau. Täglich um 1200, wenn das Wetter passen würde. Unserer Meinung nach passte es, aber laut Unternehmen war es schlechtes Wetter. Sogar der Neusiedler hat höhere Wellen. Wir entschlossen uns zu einem Lost Place zu fahren. Etwas außerhalb der 3.000.000 Einwohner Stadt befindet sich ein Schiffsfriedhof. Warum diese Schiffswracks dort liegen, konnte ich noch nicht herausfinden. Wir zogen uns die Schuhe aus und konnten sicher 300 Meter ins Meer gehen, da sich das Wasser zu dieser Zeit zurück gezogen hatte und konnten einige Schiffe sogar berühren. Am Strand stehen Ruinen die mehr als nur einsturzgefährdet sind. Jedoch "leben" dort sogar Menschen. Es ist mehr eine Mülldeponie, als ein bewohnbares Haus. Da dieser faszinierende Ort irgendwo im nirgendwo ist, hatten wir Probleme mit der Rückfahrt. Taxis gibt's dort keine. Also mussten wir Autostoppen. Bereits das 2. Auto nahm uns mit. Ein Geschäftsmann aus Ägypten, der soeben von seinem Gebet aus der Moschee kam und uns während der Fahrt in Richtung Stadt mit Obst versorgte.
Am Donnerstag fuhren wir extra früh zum Hafen. Um 1000 waren wir bereits dort. Das Wetter? Laut Ikarus (so heißt diese Firma die sehr viele negative Rezensionen im Netz aufweist) ideales Wetter. Wir gönnten uns einen Kaffee und wollten uns eine Stunde später die Tickets kaufen. Zack, gab es laut Ikarus einen katastrophalen Wetterumschwung, den zwar niemand mitbekommen hatte und auch nicht wahrnehmen konnte, aber der so "intensiv" war, dass die Fähre die ca 20 km wieder nicht fahren konnte.
Umplanung! Schnell ein Mietauto gebucht und ab zum Flughafen, denn dort wartete es auf uns.
Danach machten wir uns Richtung Nord auf.
Um in den 🇮🇶Irak🇮🇶 zu kommen muss die Autobahn 80 genommen werden. Diese Autobahn ist auch bekannt unter dem Namen
"HIGHWAY  OF DEATH".
Als sich im Februar 1991 die Truppen von Saddam Hussein aus Kuwiat City zurück zogen begann das Desaster für den Irak. Der Konvoi wurde am Beginn und am Ende durch Minen zum Stehen gebracht. Danach bekamen die Soldaten Zeit um zu fliehen. Weniger später kamen die Luftangriffe die problemlos alle militärischen Fahrzeuge neutralisieren konnten. Bis zu 1.000 Menschen sollen bei diesem Beschuss, der in der Nacht vom 26. auf 27.1.1991 durchgeführt wurde, ums Leben gekommen swin. Irak verlor auch bis zu 2.000 Fahrzeuge. Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Truppentransporter usw. Diese Fahrzeuge suchten wir bereits Wochen vor unserer Reise im Internet. Wir konnten diese aber nicht finden. Nur die Info, dass diese Fahrzeuge bereits entsorgt sein sollten. Bereits ist wohl nicht der richtige Ausdruck, da diese gut 20 Jahre noch irgendwo in Kuwait gelagert waren.
Auf dieser Autobahn 80 erinnern nur noch 2 gepanzerte und renovierte Fahrzeuge an die irakische Invasion.
Wir stellten unser Auto keine 2 Kilometer vor Irak ab und wollten zu Fuß über die Grenze gehen. Natürlich habe ich mich erkundigt, ob uns die Kuwait Polizei wieder zurück lassen würde. Es hätte wenig Sinn, wenn wir in den Irak kommen würden, aber nicht mehr zurück dürften. Eine Reise nach Bagdad zu irgdendeiner EU Botschaft (ich weiß nicht ob Österreich eine direkte Vertretung im Irak hat) wäre zu viel Abenteuer gewesen. Ein Kuwait Polizist hat uns erklärt, dass wir ohne einen grünen Zettel vom Flughafen nicht über den Landweg ausreisen dürfen. Wahrscheinlich Passierschein A38. Somit ist das Abenteuer Irak verschoben.
Heute fuhren wir wieder zu Ikarus. Wieder ist das Wetter zu schlecht. Ich füge euch ein Video zu. Auch das 2. Hauptziel, die Insel Failaka, wurde also nicht erreicht.
Somit hat sich Kuwait für mich erledigt und ich habe ein Land mehr ein meiner persönlichen "NIE-WIEDER" Liste!
Den Benzin Preis möchte ich euch noch geben. Ca 30-31 Cent 1 Liter Benzin. Diesel konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Die Hitze erreicht für mich unglaubliche 45 Grad. Noch nie habe ich in freier Natur so eine Hitze erlebt. Selbst in Saudi Arabien vor wenigen Wochen hatte es nur 40 Grad. Dennoch haben wir gelernt mit der Hitze umzugehen. Geschwitzt wird nur in der Hotel Sauna...