"Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen." Johann Wolfgang von Goethe

Antakya - 2 Jahren nach dem Erdbeben


Heute vor zwei Jahren ereignete sich das verheerende Erdbeben in der Region Antakya, das sich bis nach Syrien erstreckte. Dieses Erdbeben, mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala, zerstörte ganze Städte und hinterließ unvorstellbares Leid. Vor gut einem Monat war ich in der Region und in der Stadt Antakya vor Ort und machte mir selbst ein Bild von der aktuellen Situation. Obwohl an allen Ecken und Enden fleißig gearbeitet wird, sind die Schäden an den Gebäuden und das Leid der Menschen noch immer deutlich sichtbar. Über 53.000 Menschen verloren damals ihr Leben, und Hunderttausende wurden verletzt.  Menschen sind weiterhin obdachlos, leben in Zelten und Containern. Die Infrastruktur wurde in weiten Teilen der Region schwer beschädigt. Die türkische Regierung hat im Laufe der Zeit zahlreiche Hilfsmaßnahmen ergriffen, doch die Wiederaufbauarbeiten gehen auf Grund der vielen Schäden nur schleppend voran.

In dieser schweren Zeit erlebte die Region auch eine immense Welle internationaler Unterstützung. Österreich leistete sowohl mit finanziellen Mitteln als auch durch den Einsatz von Rettungsteams und humanitären Organisationen einen wesentlichen Beitrag zur Hilfeleistung. Auch viele andere Länder, darunter Deutschland, das Vereinigte Königreich und die USA, schickten Rettungsteams und Sachspenden. Trotz dieser Unterstützung bleibt die Erholung eine langwierige Herausforderung, da die Infrastruktur und das soziale Gefüge in den betroffenen Gebieten immer noch stark beeinträchtigt sind.
Diese Katastrophe hat uns wichtige Lehren erteilt. Es wird klar, wie wichtig es ist, in der Vorbereitung auf solche Naturkatastrophen noch mehr zu investieren. Es fehlt oft an notfallmedizinischer Versorgung und an ausreichend robusten Gebäuden, die auch bei einem starken Erdbeben standhalten können. Zudem wird immer deutlicher, wie wichtig es ist, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten und schnell zu handeln, um das Leid zu lindern und den Wiederaufbau zu beschleunigen. Die Solidarität aus aller Welt ist ein Hoffnungsschimmer, doch es bleibt noch viel zu tun, um den betroffenen Regionen wieder auf die Beine zu helfen.