"Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen." Johann Wolfgang von Goethe

Eisenbahnfriedhof Bukarest

In der Nähe von der U-Bahnstation Basarad (M1 Gelb und M4 Türkis) beginnt der Eisenbahnfriedhof von Bukarest. Das Gelände ist nicht abgesperrt und wird auch nicht bewacht, somit frei zugängig. Anrainer benutzen diesen Weg für Autofahrten und Fußwege. Auf bis zu fünf Gleisen zieht sich dieser Friedhof gut 800 Meter bis zum umgebauten Stadion vom FC Rapid Bukarest. Wie lange diese Eisenbahnwagons bereits verrotten, ist gar nicht so leicht zu herauszufinden. Da bitte ich die Rumänien Spezialisten um Hilfe. Dass einige Wagons wesentlich länger stehen als andere, erkennt man durch ihren jeweiligen Zustand. Während einige Wagons in der Mitte bereits zusammen gebrochen sind und nur mehr Rostfarbe aufweisen, sind andere sichtbar noch nicht so lange auf diesem Friedhof. Graffitis schmücken einige Wagons. Dennoch könnte die Bukarester Sprayer Szene viel mehr rausholen. Bei vielen, ja fast allen Wagons macht die Natur was sie machen muss. Sie holt sich ihr Gebiet zurück. Bäume, Strauche und sonstige Gewächse bohren sich durch Böden und weiter bei Fenstern und Türen hinaus. Diese Location diente nicht nur für eine Schlafstelle für Obdachlose, sondern auch für Partys und Grillfeiern. Immer wieder trifft man auf Brandspuren in den Innenräumen. Dieser Eisenbahnfriedhof bietet für Freunde von Lost Places einen Hauch von Prypjat. Bei meinem Besuch kam ich vom Staunen nicht weg und verlor mein Zeitgefühl. Erstaundlich faszinierend, auch weil nicht jede Stadt soetwas bietet. Dass sich in Zukunft irgendwer um eine gerechte Entsorgung dieser Wagons kümmern wird, ist eher ausgeschlossen. Verwertbares wurde bereits ausgebaut. So zum Beispiel die Fenstern. Sie fehlen überall. Jedoch sind Glassplitter nur von zerstörten Flaschen zu finden. Die Bestuhlung wurde zum größten Teil entfernt. In einigen Wagons sind sie noch vorhanden, andere Sitzmöglichkeiten liegen neben diesen fünf Gleisen gesammelt herum und warten auf ein Wunder.