"Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen." Johann Wolfgang von Goethe

Sedletz-Ossarium Kutná Hora

Über 70 Kilometer östlich von der tschechischen Hauptstadt Prag liegt Knuta Hora. Berühmt ist dieses Städtchen mit ungefähr 20.000 Einwohnern für den Keller der Allerheiligenkirche, in dem Knochen von ungefähr 10.000 verstorbenen Menschen eindrucksvoll ausgestellt sind.

Im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts soll Abt Heinrich von seiner Reise nach Jerusalem Erde mitgebracht haben. Der Legende nach hat er diese Erde über den Friedhof beim Kloster Sedletz  verstreut. Der Friedhof galt dann als besonders heilig. Zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert ließen sich viele Menschen aus fast ganz Europa hier beisetzen. Noch im 15. Jahrhundert wurde auf diesem Friedhof die Allerheiligenkirche gebaut und so mussten menschliche Überreste exhumiert werden. Diese Knochen wurden im Keller der Kirche aufbewahrt. Am Beginn des 16. Jahrhunderts wurde der Friedhof verkleinert und auch diese Knochen wurden im Keller aufbewahrt. Es sollen danach die Gebeine von über 40.000 Verstorbenen im Unterteil dieser Kirche  gelagert worden sein. Im 19. Jahrhundert kaufte die Fürstenfamilien Schwarzenberg diese Kirche und gab 1870 dem Tischler Frantisek Rint den Auftrag, die Knochen von den ungefähr 10.000 Menschen im Innenraum zur Schau zu stellen.