"Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen." Johann Wolfgang von Goethe

Szentkiralyszabadja Flughafen

 

 Sowjetischer Militärstützpunkt Veszprem


In den 1960er Jahren, nur wenige Jahre nach Inkrafttreten des österreichischen Staatsvertrags, den auch Moskau unterzeichnete, begann die Sowjetunion, hunderte Soldaten samt ihren Familien am Flughafen nahe der ungarischen Stadt Veszprem zu stationieren. Nur 110 km Luftlinie von neutralem Österreich entfernt. "Provokation" würden das heute manche nennen.

Auf dem sowjetischen Militärflughafen bei Veszprem fanden bis zu 60 sowjetische Kampfflugzeuge, darunter auch strategische Bomber, problemlos Platz. Ungarn war damals Mitglied des von Moskau gesteuerten Warschauer Pakts und durch den „Eisernen Vorhang“ von Westeuropa getrennt. In diesem Kontext könnte das erste Ziel dieser Kampfjets nur Österreich gewesen sein, mit dem Moskau nur fünf Jahre zuvor den Staatsvertrag (Friedensvertrag) unterzeichnet hatte.
Die Größe des sowjetischen militärischen Flughafens neben Österreich lässt sich mit dem russischen Militärflughafen Engels vergleichen, der in der Nähe von Saratov liegt und von dem Russland seit Jahren militärische Luftschläge in der Ukraine gegen Krankenhäuser und Wohnblöcke durchführt – obwohl die Ukraine über 700 km entfernt ist. Die strategische Lage und die Möglichkeiten dieses Flughafens verdeutlichen die militärische Präsenz und die geopolitischen Spannungen der damaligen Zeit.

Der Stützpunkt ähnelte einer Kleinstadt und bot Einrichtungen wie ein Kino, Schulen, Restaurants, ein Krankenhaus und Geschäfte. Mit dem Zerfall der Sowjetunion zog das Militär ab, und das Gelände begann zu verfallen.
Trotz des Verfalls zeigen Spuren, dass Menschen weiterhin herkommen. Graffiti, alte Autoreifen und Müll sind häufig anzutreffen.

Anfang 2024 kam es in einem der zerfallenen Gebäude zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Seitdem bewacht ein Sicherheitsmitarbeiter die weitläufige Grundstücksgrenze von über einem Kilometer. Doch es ist offensichtlich, dass dieser Schutz wenig bewirken kann; die alten Gebäude und die Landebahn sind weiterhin leicht zugänglich.