onthewaywiththomas
"Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen." Johann Wolfgang von Goethe

Irkutsk


<--- Krasnojarsk

Da dieser Streckenabschnitt über 18 Stunden dauerte, wählte ich auch hier ein offenes Abteil. Eher unspektakulär vergingen die ersten Stunden. Kilometer um Kilometer zog die endlose Weite Sibiriens am Fenster vorbei. Dichte Birkenwälder wechselten sich mit sumpfigen Ebenen, kleinen Dörfern und verlassen wirkenden Bahnhöfen ab, die wie vergessene Außenposten in der Wildnis lagen.
In den Zügen der Russischen Staatsbahn herrscht Rauchverbot. Damals rauchte ich noch. Gott bin ich froh, dass ich dieses Laster nicht mehr habe. Nicht oft, aber immer wieder zog es mich zu einer Zigarette zwischen die Waggons. Der Übergang zwischen den Waggons sah in Russland damals noch so aus wie bei uns vor X  Jahren: nach unten teilweise offen, begleitet vom Quietschen der Gummiverbindungen und dem unaufhörlichen Rattern der Räder. Auch dort galt zwar offiziell Rauchverbot, doch es wurde meist toleriert.
Es war bereits dunkel und wir befanden uns irgendwo mitten in Sibirien. Während ich an meiner Zigarette zog, gesellte sich plötzlich ein Mann zu mir. Er musste etwas älter als ich gewesen sein. Zuvor hatte ich ihn im Zug noch nie gesehen. Er grüßte mich freundlich. Damit war ihm wohl sofort klar, dass ich kein Russe war.
Während er an seiner Zigarette zog, versuchte er es auf Englisch. Das konnte ich. Ganz locker begann unser Gespräch. Er wunderte sich darüber, warum ein Ausländer ausgerechnet hier mit dem Zug unterwegs war. Ich erzählte ihm, dass ich nun bereits seit drei Wochen mit der Eisenbahn reiste und mein Ziel Vladivostok sei.
Als unsere Zigarettenstummel durch den offenen Boden auf das Gleisbett geworfen wurden, wechselten wir in den Einstiegsbereich. Dort war es etwas ruhiger. Ich war an dem Gespräch sehr interessiert. Anfangs erzählte ich von den schönen Erlebnissen meiner Reise und von meinen früheren Aufenthalten in Russland. Unter anderem sprach ich von St. Petersburg, wo ich bereits mehrmals gewesen war. Für mich ist St. Petersburg – trotz all des unsichtbaren Blutes, das an seiner Geschichte haftet – immer noch die prachtvollste Stadt der Welt.
Dann begann er von sich zu erzählen.
Er sei Inhaber einer Sicherheitsfirma.
Bei mir schrillten sofort alle Alarmglocken. Sicherheit ist in Russland ein enorm wichtiges Thema, denn die Gewaltbereitschaft ist dort deutlich höher als beispielsweise in Österreich. Man sieht das nicht nur bei russischen Fußballhooligans, sondern auch in zahlreichen Dokumentationen.
Ich stellte nicht infrage, dass er tatsächlich eine Sicherheitsfirma besaß. Vielmehr wollte ich wissen, ob er Dreck am Stecken hatte.
Volltreffer.
Mehrere Jahre Haft hatte er bereits verbüßt, auch wenn ihm ein Teil der Strafe erlassen worden war.
Der Haftgrund?
Mord.
Fuck.
Ich stand in einem Zug, der durch das nächtliche Sibirien raste und unterhielt mich mit einem Mörder.
Um meine Gedanken zu sortieren, schlug ich vor, das Gespräch bei einer weiteren Zigarette fortzusetzen. Also kehrten wir wieder in den lauten Übergang zwischen den Waggons zurück. Nach außen blieb ich ruhig. Gleichzeitig wollte ich unbedingt erfahren, wie es zu diesem Mord gekommen war.
Ein Drogensüchtiger sei seine Freundin angegangen. Er habe sie beschützt. Dabei sei der Mann tödlich verletzt worden.
„Unglücklich verletzt“ klang harmlos.
Bis ich nachfragte.
Keine Schusswaffe. Kein Messer.
Nur seine Hände.
Ich wollte wissen, wie jemand überhaupt dazu fähig sein konnte, einen Menschen zu töten.
Das Gespräch wurde immer düsterer.
Als Kind habe er erlebt, wie sich seine blutüberströmte Mutter vor seinem Vater in der Küche versteckte.
„Was soll da aus mir schon werden?“, sagte er.
Auch wenn die Frage vielleicht unpassend war, wollte ich wissen, warum damals niemand eingegriffen hatte.
In Russland sei das anders, erklärte er. Misshandelte Frauen könnten zwar zur Polizei gehen, doch oft würde nichts passieren.
Schrecklich.
Verbrechen wie diese würden Kinder bereits früh an Gewalt gewöhnen und sie abstumpfen lassen. Abhärten für weitere Verbrechen. Dass Alkohol dabei häufig eine entscheidende Rolle spielt, versteht sich beinahe von selbst.
Auch über das Alkoholproblem in Russland sprachen wir. 2016 lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Putins Russland noch immer mehr als zehn Jahre unter jener Österreichs.
Ich wollte mehr über russische Gefängnisse erfahren, die ich bisher nur aus TV-Reportagen kannte. Vieles von dem, was ich dort gesehen hatte, bestätigte er.
Dann erzählte ich ihm von meiner Festnahme und dem Verhör einige Tage zuvor in Jekaterinburg.
Er meinte, ich hätte großes Glück gehabt.
Ich verstand zunächst nicht, was er meinte.
Glück?
Weil ich ein Stadion fotografiert hatte und nicht lebenslänglich bekommen hatte?
Nein.
Weil ich Ausländer war.
Ausländer würden von der russischen Polizei vergleichsweise sanft behandelt. Ich hatte zwar keine körperliche Gewalt erlebt, doch schon mein Verhör war völlig überzogen gewesen.
Also fragte ich weiter.
Was würde einem Russen passieren?
Bei bestimmten Vergehen könne es durchaus vorkommen, sagte er, dass nicht nur Verdächtige bei der Polizei geschlagen würden, sondern auch die  Opfer!
Diese Erfahrung war mir als Ausländer erspart geblieben.
Während wir sprachen, ging die Schaffnerin wortlos an uns vorbei.
„Siehst du“, sagte er, „weil du Ausländer bist, sagt sie nichts. Mich hätte sie längst vertrieben.“ Wir rauchten weiter.
Dann fiel ein Satz, der sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt hat.
„Für dich als Tourist ist Russland bestimmt sehr schön. Aber für uns Menschen, die hier leben, ist Russland einfach nur ein riesiges Gefängnis.“
Diese Aussage saß.
Das Russland, in das ich seit Jahren so gerne reiste, sollte für seine eigenen Bürger nichts weiter als ein gigantisches Gefängnis sein?
Noch heute, während ich diese Zeilen schreibe, bin ich froh, diese Reise vor zehn Jahren erlebt zu haben und solche Eindrückte gesammelt zu haben.
Wie können heute Menschen in Österreich, während Russland den blutigsten Krieg Europas seit 1945 führt, ein Land verherrlichen, das sie nie selbst gesehen haben? Wie kann man ein Land vergöttern, das man gar nicht kennt? Vielleicht, weil man nicht weiß, wie gut es einem in der eigenen Heimat eigentlich geht?
Ich verstehe es nicht.
Doch ich hatte noch mehr Fragen.
Stimmt es, dass es in Russland Auftragsmörder gibt?
Ein kurzes Nicken.
„Ja.“
Ich kannte Auftragsmörder nur aus Filmen, Krimis und Nachrichten. Doch nun saß ich einem Mann gegenüber, der offenbar Einblicke in diese Welt hatte.
Ich wollte wissen, was ein Menschenleben kostet.
„Es beginnt bei (umgerechnet ungefähr) 100 Euro.“
Schockiert fragte ich nach.
Warum so wenig?
„Ein Drogensüchtiger macht es für 100 Euro. Aber schlecht. Soll ein hoher Politiker, Beamter, Polizist, Rechtsanwalt oder Arzt getötet werden und es professionell aussehen, gibt es nach oben keine Grenze.“
Eine weitere Zigarette half mir, diese Aussage überhaupt zu verdauen.
Über Puschkins Werke brauchte ich mit diesem Mann jedenfalls nicht zu sprechen. Sein Fachgebiet lag eindeutig woanders.
Ein wichtiger Helfer bei vielen Verbrechen sei heutzutage das Handy. In Russland sei es relativ einfach, an Mobilfunkdaten zu gelangen und Bewegungsprofile von Zielpersonen zu erstellen. Das erleichtere laut seiner Aussage zahlreiche Straftaten.
Schließlich kamen wir auf Cyberkriminalität zu sprechen.
Dabei verriet er mir, dass es ungefähr 160 Euro kosten würde, einen Facebook-Account hacken zu lassen.
Nein, liebe Facebook-Freunde, ich habe das natürlich nicht ausprobiert.
Dennoch war das der nächste Schock.
Einen Facebook-Account zu knacken, war offenbar teurer als einen Menschen töten zu lassen.
Russland.
Wir unterhielten uns stundenlang.
Trotz seiner Vergangenheit war er mir gegenüber nie aggressiv. Im Gegenteil: Er begegnete mir die ganze Zeit respektvoll.
Irgendwann nach Mitternacht endete unser Gespräch. Ich machte mich auf den Weg durch den dunklen Waggon zu meinem Bett. Er verschwand irgendwo in einer der hinteren Schlafkojen.
Seine Worte ließen mich nicht los.
Ich grübelte über alles nach, was ich gehört hatte. Gleichzeitig nagte die Angst an mir. Was, wenn er in der Nacht plötzlich auftauchte? Was, wenn er mich aus dem Schlaf riss?
Ich war viel zu aufgewühlt, um einschlafen zu können.
Einen Menschen töten lassen für 100 Euro.
Dieser Gedanke kreiste unaufhörlich in meinem Kopf.
Irgendwann gewann die Müdigkeit schließlich doch die Oberhand.
Am nächsten Morgen wurde ich rechtzeitig zum Aussteigen geweckt.
Er hatte mich nicht getötet.
Ich lebte noch.
Den Mörder allerdings sah ich nie wieder.
Irkutsk war nicht seine Endstation. Er fuhr noch weiter nach Norden.
Und so verschwand er irgendwo in den unendlichen Weiten Sibiriens, wie eine düstere Gestalt aus einem Kriminalroman, von der man nie erfährt, was aus ihr geworden ist.
Etwas unausgeschlafen startete ich nach einem Kaffee in den Tag. Irkutsk, ist eine der bedeutendsten Städte Sibiriens und zählt heute rund 600.000 Einwohner. Die Stadt wurde bereits 1661 als Kosakenfestung gegründet und entwickelte sich später zu einem wichtigen Handelszentrum zwischen Russland, der Mongolei und China. Wegen ihrer zahlreichen historischen Holzhäuser wird Irkutsk oft als „Paris Sibiriens“ bezeichnet. Außerdem war die Stadt jahrzehntelang ein Verbannungsort für politische Gegner des Zarenreichs, insbesondere für die sogenannten Dekabristen. Heute gilt Irkutsk als wichtigstes Tor zum Baikalsee und als kulturelles Zentrum Ostsibiriens. Wer nach Sibirien reist, kommt an dieser Stadt eigentlich kaum vorbei.
In den letzten Tagen war mir bereits eine Herausforderung aufgefallen, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Reisestress kenne ich. Ich hatte zum Beispiel Bedenken, dass ich irgendwann vergessen würde, in welcher Stadt ich mich überhaupt befinde. Und ja, das ist mir tatsächlich schon einmal passiert. 2012, als ich zehn Tage mit dem Zug durch die Ukraine reiste: Kyiv, Odesa, Simferopol und Sewastopol auf der Krim sowie Luhansk standen damals auf dem Programm. Mein Heimflug ging über Amsterdam und dort wusste ich plötzlich wirklich nicht mehr, wo ich gerade war. Natürlich hätte ich einfach auf die Anzeigetafeln schauen können, schließlich befand ich mich auf einem Flughafen. Trotzdem brauchte ich einen Moment, bis mein Gehirn die richtige Antwort wieder ausspuckte.
So etwas hatte ich auf meiner Transsib-Reise allerdings nicht. Hier wartete eine ganz andere, von mir völlig unterschätzte Herausforderung: Jetlag! Immerhin war ich bereits mehr als 7.000 Kilometer von zu Hause entfernt, was einer Zeitverschiebung von sechs Stunden entsprach. Vom Längengrad betrachtet lag ich sogar über 400 Kilometer östlicher als Bangkok. Kein Wunder also, dass ich mir zunächst ein kleines Mittagsschläfchen gönnte, bevor ich mich am Nachmittag auf Erkundungstour durch die Stadt machte.
Und wer strahlte mir da mit Brille entgegen? Nein, nicht Lenin, der bekanntlich nur selten mit Sehhilfe dargestellt wird. Es war Boom Boom Boris Becker! Sein Gesicht zierte als überdimensionale Werbung eine Apotheke. Dass ausgerechnet Boris Becker mein erster prominenter Bekannter in Sibirien werden würde, hatte ich nun wirklich nicht erwartet.
Wenig später erreichte ich die berühmte Babr-Statue. Der Babr ist das historische Wappentier Irkutsks und stellt eine Mischung aus sibirischem Tiger und Fantasiewesen dar. Der Name entstand durch eine kuriose historische Verwechslung in alten Dokumenten und wurde zu einem Symbol der Stadt. Rund um die Statue befindet sich das Viertel „130. Quartal“, eines der schönsten Viertel Irkutsks. Dort wurden zahlreiche historische Holzhäuser restauriert und in Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte verwandelt. Natürlich holte ich mir dort auch einen Kaffee. Der Preis erinnerte allerdings eher an Westeuropa als an Sibirien. Dafür war die Atmosphäre hervorragend und das Viertel definitiv einen Besuch wert.
Nicht weit davon befindet sich das Stadion Trud von Baikal Irkutsk, direkt an der Kreuzung Karl-Marx-Straße und Lenin-Straße. Klingt komisch, ist aber so! Um 18:30 Uhr wurde das Spiel der 2. russischen Liga zwischen Baikal Irkutsk und KAMAZ Nabereschnyje Tschelny angepfiffen. Richtig, KAMAZ ist der bekannte Fahrzeughersteller, der unter anderem Lastwagen und Motoren für Panzer produziert. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Nabereschnyje Tschelny, einer Stadt zwischen Kasan und Almetjewsk. Beide Orte hatte ich gut zwei Wochen zuvor besucht.
Über 4.000 Kilometer trennen diese beiden Zweitligaklubs. Kein Wunder also, dass heute keine Auswärtsfans anwesend waren. Etwa 20 bis 30 Heimfans versuchten so etwas wie Stimmung zu erzeugen, was in einem Stadion mit 16.000 Plätzen und vielleicht 2.000 Zuschauern nicht immer einfach war. Für mich war dieser Kick eine willkommene Abwechslung vom ständigen Reisestress. Dem Stadion sah man deutlich an, dass es bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel hatte. Der Rasen war eher braun als grün und das Flutlicht funktionierte nur noch teilweise. In der 83. Minute erzielte Irkutsk den 2:1-Siegtreffer, woraufhin einige Jugendliche die Laufbahn kurzerhand zur persönlichen Feierzone erklärten.
Montagabend, also zurück in die Unterkunft. Dort angekommen konnte ich meinen Ohren kaum trauen. Ich hörte Deutsch! Zum ersten Mal seit drei Wochen vernahm ich wieder meine Muttersprache. Sofort setzte ich mich zu den beiden jungen Männern aus Berlin, die russische Wurzeln hatten und ebenfalls auf Reisen waren. Dazu gesellte sich noch ein älterer Russe, der offensichtlich noch nicht genug für diesen Abend getrunken hatte.
Also machten wir uns auf den Weg zu einem nahegelegenen Minimarkt. Während wir zum Bier griffen, entschied sich der ältere Herr für Wodka. An einem Montagabend. Mit fast jedem Schluck wurde er etwas anstrengender. Zuerst wollte er zehn Euro gegen zehn Rubel tauschen, weil er die Euro als Souvenir behalten wollte. Bei diesem Geschäft hätte ich allerdings über 9,80 Euro Verlust gemacht. Ich lehnte dankend ab.
Dann wollte er, dass ich seinen 10-Rubel-Schein signiere. Wie ein Star. Einer der beiden Berliner verbot mir das sofort. Erst nach seiner Erklärung verstand ich warum: Im schlimmsten Fall hätte der Mann später behaupten können, meine Unterschrift würde irgendeine Vereinbarung bestätigen. Schließlich verlangte er auch noch meinen Pullover – wohlgemerkt nicht zum Kauf, sondern als Geschenk. Nein, in Sibirien gibt man im April freiwillig keine Kleidung ab.
Bei meinen Reisevorbereitungen hatte ich damals keine brauchbaren Informationen gefunden, wie ich am besten zum Baikalsee gelangen würde. Die beiden Deutschen erklärten mir das jedoch ausgezeichnet. Meine Rettung! Danach ging es ins Bett.
Keine Sorge, am nächsten Tag sah ich dann auch endlich Lenin. Es gibt in Irkutsk sogar ein Lenin-Cafehaus! Kapitalismus auf kommunistisch?  Die allgegenwärtigen Plakate zum 9. Mai sowie die schwarz-orangen St.-Georgs-Bänder durften im Stadtbild ebenfalls nicht fehlen. Unweit davon befindet sich die Ewige Flamme von Irkutsk, ein bedeutendes Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, das bis heute ein wichtiger Ort des Gedenkens ist.
Anschließend schlenderte ich entlang der Angara, dem einzigen Abfluss des Baikalsees. Dort kam ich auch am Denkmal für Jakow Pochabow vorbei. Der Kosakenführer gilt als Gründer Irkutsks und errichtete hier im 17. Jahrhundert die erste befestigte Siedlung. Ohne ihn gäbe es die Stadt in ihrer heutigen Form wohl nicht.
Etwas später erreichte ich das Surveyors Monument. Das Denkmal erinnert an die Vermesser und Entdecker, die große Teile Sibiriens kartierten und erschlossen. Ohne ihre Arbeit wären viele Regionen Russlands noch deutlich länger weiße Flecken auf der Landkarte geblieben.
Und Panzer! Panzer dürfen in Russland natürlich auch nicht fehlen. Überhaupt begegnet man in Irkutsk auf Schritt und Tritt Denkmälern und Erinnerungsstätten. Besonders auffällig ist das Denkmal für Leonid Gaidai. Der berühmte sowjetische Filmregisseur wurde in Irkutsk geboren und zählt bis heute zu den erfolgreichsten Komödien-Regisseuren der ehemaligen Sowjetunion. Auf dem Trud-Platz, einem zentralen Platz der Stadt, erinnert vieles an die Geschichte und Entwicklung Irkutsks. Zwischen Denkmälern, Grünflächen und historischen Gebäuden lässt sich gut beobachten, wie Vergangenheit und Gegenwart hier ineinander übergehen.
Zwischendurch kaufte ich mir noch ein CCCP-Eis. Ja, so etwas gab es wirklich. Es war mit Schokolade überzogen und trug stolz die Abkürzung der sogenannten „Sowjetunion“ auf der Verpackung. Geschmeckt hat es allerdings ungefähr so aufregend, wie der Name vermuten lässt.
Am nächsten Tag würde nur eine sehr kürze Fahrt anstehen. Per Bus